PARÍS, HERBST 1965

 

 

Eine der bedeutendsten Entwicklung seiner Karriere fand im Herbst des Jahres 1965 statt.

Anfang September kommt Rodríguez Amat mit all seinem Wissen, das er in der Kunstakademie von Barcelona aufgesogen hatte, in Paris an. Er brannte von innen nach aussen vor lauter Energie und Carisma. Er untersuchte die Möglichkeit, sich an der Kunstakademie von Paris einzuschreiben, er musste jedoch nach einigen Gesprächen mit Professoren und Studenten herausfinden, dass dies seinem weiteren Fortgang nicht dienlich war. Er entschied sich schliesslich, in die neue Welt der Avant-Garde-Kunst einzutauchen, ein Weg, den ihm keine Schule zu dieser Zeit eröffnen konnte. Er schwamm sich sehr schnell frei vom akademischen Ballast, der ihn bisher begleitet hatte.

Im Quartier Latin, bezog er ein Zimmer nicht weit vom Boulevard Saint Michel und begab sich sofort auf Entdeckungsreise der Pariser Künstlerwelt. Er fand auch starkes Interesse an der dortigen Literatur, am Theater und alles weitere, was mit dem kulturellen Leben in Paris gemein war.

 

Ölpastelkreide und Tusche auf Papier

 Ölpastelkreide und Tusche auf Papierr / 30 cm x 37 cm / 1965

Aus Geldmangel konnte er sich nur ein 15 qm Zimmer leisten, das auch als Atelier dienen musste. Das Werkmaterial, das er zu dieser Zeit benutzte, waren Tusche, Collage und besonders Ölpastelkreide auf Papiergrundlage.

 

 

 

Seine ersten Anläufe in Richtung nicht-gegenständlicher Kunst erschienen im Sommer des gleichen Jahres in Barcelona. Der Durchbruch zu bedeutenden abstrakten Konzeptionen als Wegbereitung gelangen ihm jedoch in Paris.

Ölpastelkreide auf Papier

Ölpastelkreide auf Papier / 30 cm x 37 cm / 1965

 

 

 

Ölpastelkreide und Tusche auf Papier

Ölpastelkreide und Tusche auf Papier / 43 cm x 31 cm / 1965

 

 

Collage

Collage / 28 cm x 40 cm / 1965

 

 

Es wurde augenscheinlich, dass er während der letzten vier Monate seines Parisaufenthaltes alle seine durchlebten Studien in die Arbeiten einfliessen liess. Seine Bildsprache zeigte gewisse Unterschiede, nicht nur in der verwendeten Technik sondern auch im konzeptionellen Aufbau und der inhaltlichen Vorstellung. Während all dieser Monate besuchte er fast sämtliche Pariser Galerien und Museen, er traf sich mit anderen Künstlern und über alles, er arbeitete.

 

 

Ölpastelkreide auf Papier

Ölpastelkreide auf Papier / 32 cm x 50 cm / 1965

 

Eine Serie der Malereien dieser Periode zeigen eine methodische Anordnung der Formensprache. Die Bilder sind im Feld systematisch aufgebaut, um einen Ausgleich und eine Schwebe zwischen den einzelnen Bildbereichen zu schaffen.

Ein eigenwilliger technischer Aspekt zeigen die Ölpastelkreide-Arbeiten auf. Dieser Farbstoff wird direkt auf das Papier übertragen und dann mit einem scharfen Werkzeug gespachtelt, mit der Absicht, eine feinkörnige Oberfläche mit einer reichhaltigen Struktur zu erreichen.